Das Team LaWA-E-learning stellt sich vor

Wenn ein Auszubildender einen Teil der Ausbildungszeit im Ausland verbringt, lernt und gewinnt er eine ganze Menge – aber, er kann notwendiger Weise nicht regelmäßig am Berufschulunterricht teilnehmen. Um dennoch sicherstellen zu können, dass die Auszubildenden einen guten Ausbildungsabschluss schaffen können, entwickeln und erproben die Partner ZWH e. V., Lancaster & Morecambe College und HWK Münster ein internetbasiertes methodisch-didaktisches Konzept für den begleitenden Berufschulunterricht. Beraten wird das Team E-Learning dabei von Berufschullehrern.


Zusammenfassung der Praxiserfahrungen –
Abschlussbericht Oktober 2009

Wann wird bei GVA von E-Learning gesprochen?
Grundsätzlich wird von E-Learning gesprochen, wenn elektronische Medien zur Unterstützung von Bildungsprozessen eingesetzt werden.

Bei GVA kann von E-Learning gesprochen werden, wenn:

Ausgehend von den ersten GVA Maßnahmen haben die beteiligten Berufskollegs ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und Lösungskonzepte entwickelt. Dies ist der individuellen Planung und Organisation eines GVA Auslandsaufenthaltes durch den Auszubildenden geschuldet. Die Auszubildenden stimmen den Zeitraum des Auslandsaufenthaltes in erster Linie mit ihrem heimischen Betrieb und dem jeweils aufnehmenden Betrieb ab, und informieren dann die Schule über ihre geplanten Abwesenheitszeiten. Die Schule ist somit gefordert, flexibel auf diese Situation zu reagieren und aus dem laufenden Unterricht heraus die Betreuung eines Schülers im Ausland sicher zu stellen. Hinzu kommen Unterschiede in der Schul- und Unterrichtsorganisation, angefangen bei der Frage ob im Block oder wöchentlich Berufschulunterricht stattfindet, ob ggf. erforderliche Prüfungsleistungen in den Zeitraum des Auslandsaufenthaltes fallen etc.

Die Strategien und Konzepte, die gemeinsam mit Schulen im Rahmen des GVA Projektes entwickelt wurden, um sicher zu stellen, dass ein Auszubildender, der eine Zeit der Ausbildung im Ausland absolviert, keinen Unterricht versäumt, sind im folgenden zusammengefasst. Die Übersicht nennt Beispiele und soll GVA Schulen als Anregung dienen, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zur Vorbereitung der GVA Maßnahme ist eine Lehrvereinbarung zwischen dem Auszubildenden und dem Berufskolleg zu schließen. In der Lehrvereinbarung legen der Auszubildende und das Berufskolleg fest, auf welche Weise der schulische Lernstoff während des Auslandsaufenthaltes vermittelt wird. Es werden die Inhalte und die Kommunikationsformen abgestimmt. Die Lehrvereinbarung wurde aus deutscher Perspektive entworfen. Berufskollegs in anderen Ländern soll sie als Vorlage dienen. Sie kann bei der Entsendung eigener Auszubildender auf die jeweiligen nationalen Gegebenheiten angepasst werden.

In der praktischen Umsetzung der Lehrvereinbarung haben sich bislang folgende Strategien bewährt:

a) Austausch von Lernmaterial zwischen Lehrkraft und Auszubildendem

Für die Erstellung bzw. Bereitstellung geeigneter Internet basierter Materialien steht den Lehrkräften der GVA-Content-Pool zur Verfügung. Der Content-Pool ist Teil der Materialien und Qualitätskonzepte, die den Lehrkräften, Auszubildenden und Betrieben zur Vorbereitung und Begleitung eines Auslandsaufenthaltes angeboten werden. Frei verfügbare Links werden ergänzt durch Computer- bzw. Webbased Trainings, welche kostenfrei oder gegen Lizenz zur Verfügung gestellt und über ein Lernmanagementsystem genutzt werden können (z. B. DistanceLeaningSystem DLS). Eine Übersicht verfügbarer Contents unterstützt Lehrkräfte bei der Suche nach fertig aufbereiteten E-Learning-Inhalten.

b) Für die Kommunikation zwischen Lehrkraft und Auszubildendem während der Auslandsphase bieten sich verschiedene Medien an, z. B.:

Bewährt hat sich vor allem die Nutzung von Medien, die entweder in der Schule bereits etabliert sind, oder von den Auszubildenden auch privat genutzt werden. Darüber hinaus hat sich auch die Kommentarfunktion des GVA-Logbook als geeignetes Kommunikationsmedium erwiesen.

Um die Kommunikation zu strukturieren und für alle beteiligten verbindlich zu gestalten, ist die Verabredung von "Sprechzeiten" bzw. von Zeiträumen, innerhalb derer eine Rückmeldung zu erfolgen hat, empfehlenswert.

c) Die Anpassung / Erstellung von E-Learning-Modulen kann mit Hilfe verschiedenster Tools realisiert werden:

d) Didaktische Szenarien
Die Übersicht der didaktischen Modelle bietet eine Zusammenfassung möglicher didaktischer Szenarien, um einen Auslandsaufenthalt zu begleiten. Die didaktischen Modelle richten sich an Lehrkräfte. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass die Lehrkräfte vor allem die Modelle "Aufgaben und Skript" und "Stundenprotokoll" nutzen, um Auszubildende während des Auslandsaufenthaltes zu begleiten. Darüber hinaus entwickeln einzelne Schulen ausgehend von den Erfahrungen mit GVA Konzepte zur Integration von Lernmanagementsystemen bzw. Web 2.0 Applikationen in den regulären Unterricht, um über die konsequente Nutzung dieser Tools, die Betreuung von Schülerinnen und Schüler auch im Ausland sicherstellen zu können.

Beispiel: Das Betreuungskonzept des Berufskollegs Warendorf - MobiL (Moodle-begleitetes interkulturelles Lernen)

Eckpunkte des neuen Konzeptes:
Für den Einsatz von Moodle zur Begleitung der Auslandspraktika wird (Stand Frühjahr/Sommer 2009) an einer für alle Klassen verpflichtenden Struktur gearbeitet. Wesentliche Elemente dieser Struktur sind das Praktikumstagebuch, das täglich von den abwesenden Schülerinnen und Schülern zu führen ist, und das Forum zur Kommunikation mit der Klasse zu Hause und zum Austausch von Infos und Materialien (Stundenprotokolle, Fotos, Unterrichtsmaterialien etc.). Für das Forum gilt: Wer einen Beitrag einstellt, muss auch Rückfragen dazu beantworten.
Über das Forum können aber auch Probleme, die im Ausland auftreten mit den Ansprechpartnerinnen und -partnern zu Hause geklärt werden.

Das Praktikumstagebuch hat einen für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtenden Aufbau und ist neben Textbeiträgen auch mit Bildmaterial oder Audio- und Videostreams zu füllen (letzteres je nach Medienkompetenz der Schüler). Das Tagebuch wird von der verantwortlichen Lehrkraft bewertet und benotet und dient als alternativer Leistungsnachweis.

Vorläufer des Tagebuches ist ein Blog, der redaktionell durch die Lehrkräfte begleitet wurde. Grundsätzlich kann auch das Blogsystem über Moodle weiter genutzt werden.

Die Begleitung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler während des Praktikums erfolgt per E-Mail durch die sog. Länderbetreuer. Darüber hinaus werden Internetapplikationen, die die Schülerinnen und Schüler auch außerhalb der Schule nutzen, für die Kommunikation genutzt (z. B. Skype, ICQ). Das BK verteilt die Betreuung eines Schülers/ einer Schülerin auf mehrere Lehrkräfte und unterstellt sie nicht allein dem Fach- oder Klassenlehrer.

Da für die fachliche Begleitung der Schülerinnen und Schüler kaum geeignete internetfähige Lernmaterialien zur Verfügung stehen, werden eigene Materialien entwickelt (z. B. mit Hot Potato, eXe). Der Fokus wird dabei zunächst auf die prüfungsrelevanten Fächer und Inhalte gelegt.

Vorteil der selbsterstellten Materialien:

Die Erfahrungen – insbesondere mit den ersten GVA Auszubildenden – haben gezeigt, dass eine intensive Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Auslandsphase wichtig ist. Die Vorbereitung sollte u. a. die Einführung in das E-Learningsystem sowie organisatorische Aspekte berücksichtigen.

Link: Berufskolleg Warendorf


Englisches Logbook und internetbasierte Wissensbasis – Mai 2009

Das Team "E-Learning" hat die didaktischen Modelle überarbeitet und nach einem Workshop mit dem Berufskolleg Warendorf ergänzt. Weitere Ergebnisse dieses Workshops sind der Entwurf eines Feedbackfragebogens für Lehrer und der Entwurf einer Lehrvereinbarung.

Das multimediale Logbook wurde überarbeitet und kann unter http://cid-7fd6d16d19e4c717.spaces.live.com/ eingesehen werden. Für englischsprachige Auszubildenden gibt es das Muster-Logbook auch in Englisch: http://cid-fdaac400b056cd12.spaces.live.com/

Um den Einsatz des Logbooks zu erhöhen, wird es zurzeit auch mit Facebook und Myspace umgesetzt. Darüber hinaus konzipiert das Team E-Learning die Technik für die internetbasierte Wissensbasis für das Gesamtprojekt.


Betriebe und Auszubildende gehen online – Stand September 2008

Die ersten Betriebe und Auszubildenden sind an den Start und damit online gegangen. Insbesondere zur Vorbereitung der Auszubildenden auf das Lernen und Arbeiten im Ausland wurden den teilnehmenden Betrieben eigene Bereiche im DistanceLearningSystem® DLS eingerichtet und Lernmaterialien, z. B. um die Sprache des Gastlandes zu lernen, zur Verfügung gestellt.

Wenn die Auszubildenden im Ausland sind, sollen sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse und vor allem das Gelernte dokumentieren. Dazu wurde ein so genanntes internetbasiertes Logbook entwickelt und in einer ersten Version den Auszubildenden zur Verfügung gestellt. Das Logbook können auch Gast- und Heimatbetrieb jederzeit einsehen und kommentieren.


Schulungs- und Info-Material erstellt – Stand Juni 2008

Im Rahmen des Projektes wird der online gestützte Unterricht exemplarisch mit Hilfe des DistanceLearningSystems DLS® realisiert, das von den Partnern ZWH e. V. und HWK Münster bereits im Bereich Aus- und Weiterbildung eingesetzt wird. Die Konzepte sollen insgesamt jedoch systemunabhängig entwickelt werden.
In Ergänzung zu den DLS Anwenderhandbüchern wurde für die Zwecke des Projektes ein Handbuch zum Starten der Online-Konferenzen entwickelt und ein Web Based Training (WBT) zur Nutzung des Konferenzsystems zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurde ein Observation-Guide bereitgestellt


Das Team E-Learning geht an den Start – Stand April 2008

Wie kann begleitender Berufschulunterricht aussehen? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden? Welche Rahmenbedingungen sind zu beachten? Ausgehend von diesen und weiteren Fragen hat das Team E-Learning verschiedenste didaktische Modelle skizziert, dokumentiert und mit Experten diskutiert.
Ausgehend von der Frage, welche Lerninhalte bzw. Themen sich für die online gestützte Vermittlung eignen, hat der Partner ZWH e. V. eine Liste von Lernmaterialien zusammengestellt, die speziell die Zielgruppe Auszubildende ansprechen. Dazu gehören auch Lernmaterialien, die im Rahmen anderer Projekte und Initiativen speziell für die Vorbereitung auf einen längeren Auslandsaufenthalt entwickelt wurden.

Ich finde Auslandspraktika gut, weil...

man seine Sprachkenntnisse unglaublich stark erweitern kann. Gleichwertig ist das in der Schule nicht möglich! Man lernt Arbeitsmethoden und den Tagesablauf in Betrieben im Ausland kennen und kann vielleicht sogar Verbesserungsvorschläge in seinen Heimatbetrieb mitnehmen.

Michael Ahlers, Auszubildender Technischer Zeichner im 1. Ausbildungsjahr bei Bernd Münstermann GmbH & Co. KG in Telgte/D, nach zwei Monaten Ausbildung in Großbritannien.